Beim Cross-Country-Mountainbike-Weltcup im italienischen La Thuile im Aostatal stellte sich Rebekka Estermann einer der anspruchsvollsten Strecken der Saison. Der technisch sehr herausfordernde Rundkurs verlangte den Athletinnen alles ab: Steile Anstiege, zahlreiche Wurzel- und Felspassagen sowie eine extrem staubige Fahrbahn prägten das Rennen. Für Estermann war die Strecke trotz ihrer Schwierigkeit ein echtes Highlight: «In meinen Augen eine geniale Strecke.»
Jedoch war die Ausgangslage alles andere als ideal. Nach ihrem Start aus den hinteren Reihen und mit noch etwas schweren Beinen erwies sich der erste Teil der Streckenführung über enge Singletrails als grosse Herausforderung. An den schmalen Anstiegen und Abfahrten bildete sich in der ersten Runde Stau, was dazu führte, dass Estermann bereits mit zwei Minuten Rückstand in die zweite Runde ging. Das ständige Stop-and-Go erschwerte den Rhythmus zusätzlich und der aufgewirbelte Staub erschwerte die Sicht.
Doch die Elitefahrerin des Veloclubs Sursee liess sich davon nicht entmutigen. Ab Rennhälfte fand Estermann immer besser in ihren Rhythmus, konnte konstant schnelle Rundenzeiten fahren und Position um Position gutmachen. Mit einer starken zweiten Rennhälfte kämpfte sie sich bis auf den 28. Rang nach vorne. Im finalen Sprint um Platz 27 musste sie sich zwar knapp geschlagen geben, dennoch durfte sie sich über ein persönliches Karrierebestresultat in einem Weltcup-Rennen freuen.
Von insgesamt 59 gestarteten Fahrerinnen arbeitete sich Estermann damit bis ins vordere Mittelfeld vor und überholte im Verlauf des Rennens mehr als die Hälfte des Teilnehmerfeldes – ein starkes Zeichen ihrer Kämpferqualitäten und ein weiterer Schritt nach vorne auf höchstem internationalem Niveau.
Bericht: Chris Roos
Bild: Tim Troxler